Nato-Soldaten bei Barrikadenkampf im Kosovo verletzt

Quelle: WELT ONLINE

Hunderte Serben haben Barrikaden im Kosovo errichtet, um den Rückzug von Zöllnern der Kosovo-Regierung zu erzwingen. Die Kfor-Schutztruppe stößt bei der Räumung auf Widerstand.

Die internationale Schutztruppe Kfor hat mit der Räumung der vor einem Monat von Serben errichteten Barrikaden in Nordkosovo begonnen. Serben hatten mit Lastwagen, Felsbrocken und Baumstämmen eine Straße etwa 10 Kilometer nordwestlich der geteilten Stadt Mitrovica blockiert.

Kfor-Soldaten riegelten die Blockaden bei den Orten Jagnjenica und Zupce westlich von Mitrovica ab, um die Straßensperren anschließend zu durchbrechen.

Hunderte Serben belagerten die Barrikaden und missachteten die wiederholten Aufforderungen der Soldaten, die Straße freizugeben.

Mit Tränengas gegen Bewacher der Straßensperren

Am frühen Morgen hatten die Soldaten Tränengas eingesetzt, um die Bewacher der Straßensperren auseinanderzutreiben. Die Kfor teilte mit, ihre Aktion werde fortgeführt, um die freie Fahrt von Mitrovica zum Grenzübergang Brnjak zu Serbien zu gewährleisten.

Die Serben wollten das „mit ihren Körpern“ verhindern, kündigten die Bürgermeister der vier serbischen Gemeinden an. Unter den „Verteidigern“ war auch der Staatssekretär im serbischen Kosovo-Ministerium, Oliver Ivanovic.

Bei der Räumung sind acht Nator-Soldaten verletzt worden. Die Soldaten seien durch Tränengas, Rauch und Feuerlöscher verletzt worden, teilte die Kfor in einer Erklärung mit.

Forderung nach Abzug der Zöllner und Polizisten

Die Serben wollen mit ihren Blockaden den Abzug der Zöllner und Polizisten der albanisch dominierten Kosovo-Regierung von den Grenzübergängen Brnjak und Jarinje erzwingen. Sie sollen wieder unter serbische Kontrolle gestellt werden. Das wird von den USA und der Mehrheit der EU-Länder abgelehnt.

Stattdessen fordern sie, Serbien müsse sich aus dem Nordkosovo zurückziehen, wenn es sich weiter der EU annähern will. Belgrad hatte seine Landsleute in Nordkosovo bisher jährlich mit Hunderten Millionen Euro unterstützt.

Das Kosovo war in seiner Geschichte immer wieder heftig umkämpft. Von zentraler Bedeutung ist die Schlacht auf dem Amselfeld am 15. Juni 1389 in der Gegend der heutigen Stadt Pristina. Sie gilt als Inbegriff des serbischen Kampfes gegen die Osmanen und spielt bis heute eine große Rolle im Selbstverständnis der Serben.